Aktualisiert im Februar 2026 – mit neuen Alltagserfahrungen und eine aktuelle Einordnung des Marktes.
Ein Morgen, der viel zu früh beginnt
Es ist 4.15 Uhr, eine Zeit, die eigentlich nur für Bäcker, Notärzte und sehr überzeugte Angler vorgesehen ist. Ich gehöre zu keiner dieser Gruppen. Ich hätte schlicht weiter schlafen wollen. Mein Körper hat das auch sehr deutlich kommuniziert. Aber der Wecker war unerbittlich, also schälte ich mich aus dem warmen Bett und schlurfte wie ein schlecht gelaunter Pinguin Richtung Bad.

Wenig später stand ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand in der Küche – ein Kaffee, der eindeutig stärker war als ich selbst. Die Welt draußen lag noch im Dunkeln, und ich selbst war gedanklich nur minimal weiter. Aber ein Termin wartete. Ein besonderer. Einer, für den man sich mitten in der Nacht aus dem Bett quält – eine neue Toilette für den Camper: die Clesana.
Kurz darauf saß ich im VW Grand California und machte mich auf den Weg in den Norden von Berlin. Die Straßen waren leer, was passte, denn mein Gehirn war auch in etwa so ausgelastet wie eine Dorfstraße am Sonntagmorgen. Und doch fuhr ich mit einer seltsamen Vorfreude. Denn heute würde der Camper ein Update bekommen, das man eigentlich in jeder Betriebsanleitung unter „Lebensqualität“ einsortieren müsste.

Freiheit unterwegs – bis die Praxis beginnt
Wer viel frei steht mit seinem Camper, egal ob irgendwo in Osteuropa, im Balkan oder einfach auf einem entlegenen Waldweg in Thüringen, kennt dieses Gefühl: Freiheit ist fantastisch – bis sie sich von ihrer praktischen Seite zeigt. Dazu gehört übrigens nicht nur das Thema Toilette, sondern auch ganz banal die Frage nach stabilem Internet unterwegs, etwa mit Lösungen wie Starlink im Camper.
Und dann, ganz plötzlich, stellt das Leben unangenehme, aber sehr konkrete Fragen. Wo erledigt man eigentlich kleine und große Geschäfte, wenn weit und breit kein Sanitärgebäude auftaucht, nicht mal in der Fantasie? Wo soll das Schwarzwasser hin, wenn der nächste offizielle Entsorgungspunkt entweder 70 Kilometer entfernt ist oder genau jetzt Winterpause hat? Und warum ertappt man sich dabei, philosophische Grundsatzdebatten über die Natur der eigenen Ausscheidungen zu führen – ganz so, als wäre Schwarzwasser ein Thema für eine Talksendung?
Die Thetford-Kassette im Camperalltag
Diese Fragen stellen sich spätestens dann, wenn die Realität in Form einer Thetford-Kassette antwortet. In meinem Fall ein Modell der C-220-Reihe – ein robustes kleines Ding mit rund 18 Litern Fassungsvermögen, das zuverlässig seinen Job macht, aber eben gnadenlos ehrlich ist. 18 Liter klingen auf dem Papier gar nicht schlecht. In der Praxis bedeuten sie allerdings: Für eine Person reicht es ein paar Tage, für zwei Menschen … nun ja. Sagen wir so: Nach exakt zwei Tagen beginnt die Kassette, sich bemerkbar zu machen – nicht mit Worten, sondern mit einer sehr klaren Ansage in Form von Füllstand. Und zwar zuverlässig.

Dann sitzt man da, irgendwo zwischen entlegener Idylle und „hier sagt sich der Fuchs gute Nacht“, und verhandelt mit einem Kunststoffbehälter über Kapazitäten, die er einfach nicht bereit ist zu erweitern. Man könnte meinen, 18 Liter wären verhandelbar, aber nein – die Kassette ist da sehr deutsch: klar geregelt, nicht erweiterbar, keine Diskussionen.
Spätestens in diesem Moment beginnt man, die eigene Biologie vollkommen neu zu interpretieren. Man rechnet nicht mehr in Kilometern, sondern in Spülvorgängen. Nicht mehr in Tagesetappen, sondern in Tankzyklen. Und irgendwann fragt man sich zum ersten Mal im Leben ganz ernsthaft, warum VW eigentlich einen 75-Liter-Dieseltank verbaut – aber bei Toiletten auf ein Volumen setzt, das man gefühlt schon mit einem ordentlichen Morgenkaffee gefährlich weit ausreizt.
Es sind diese Momente, in denen man merkt, dass Camping zwar romantisch sein kann, aber die Realität oft irgendwo zwischen Physik, Logistik und leichter Verzweiflung pendelt.
Entscheidung für die Clesana Toilette
Und genau für diese Realität fahre ich heute los. Müde, aber entschlossen. Denn heute zieht etwas ein, das all diese Alltagsprobleme mit einem Schlag entschärft. Ein stiller Problemlöser. Ein diskreter Begleiter für alle menschlichen Bedürfnisse.
Die Clesana. Entwickelt vom Schweizer Hersteller Clesana AG, der sich auf geschlossene Sanitärsysteme für mobile Anwendungen spezialisiert hat.
Und während der Himmel langsam heller wird, denke ich: Wenn es eine Toilette gibt, die meinem Camperleben echten Frieden bringen kann, dann war es das wert – auch um 4.15 Uhr.

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Clesana C1 – Preis und Verfügbarkeit prüfen
Wenn du planst, die Clesana C1 in deinem Wohnmobil einzubauen, findest du hier aktuelle Informationen zu Preis und Verfügbarkeit bei Fritz Berger.
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Vorteile und mögliche Nachteile der Clesana
Was spricht dafür
- Kein klassischer Wasserverbrauch wie bei Kassettentoiletten
- Keine klassische Schwarzwasserentsorgung mehr nötig
- Entsorgung in der schwarzen Tonne bzw. Restmüll
- Unabhängigeres Stehen, gerade abseits von Infrastruktur
- Geschlossenes System, kein direkter Kontakt mit Inhalt
- Klar strukturierter, nachvollziehbarer Funktionsablauf
Welche Nachteile gibt es
- Hoher Anschaffungspreis
- Abhängigkeit vom Strom
- Mehr Technik, die langfristig zuverlässig funktionieren muss
- kostenpflichtiges Verbrauchsmaterial wie z. B. Inliner
Ob die Vorteile im Alltag überwiegen, wird sich nicht auf dem Papier entscheiden, sondern unterwegs – zum Beispiel an Orten wie dem Fluss Strei in Rumänien, wo wir abseits jeder Infrastruktur gestanden haben. Rückblickend wäre eine Toilette wie die Clesana dort nicht nur Komfort, sondern schlicht eine sehr praktische Lösung gewesen.
Wer sich neben der Clesana auch für alternative Toilettensysteme im Camper interessiert – etwa LooBuddy als flexible Übergangslösung oder BioTioo als konsequentes Trockentrennsystem – findet dazu eine Einordnung und persönliche Eindrücke von der CMT Stuttgart 2026 hier.
Über Umweltverträglichkeit und Ökobilanz wird in der Camper-Welt leidenschaftlich diskutiert – teils mit Zahlen, teils mit Überzeugungen, oft mit beidem gleichzeitig. Bio-Toilette, Kassettentoilette oder Verschweißtoilette: Jedes System hat seine Argumente, seine Schwächen und seine festen Anhänger. Am Ende ist es weniger eine Glaubensfrage als eine sehr persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss.
Ankunft in Berlin – Wandlitz
Nach knapp 150 Kilometern völlig problemloser Autobahnfahrt rollte ich schließlich auf den Hof in Berlin-Wandlitz ein. Das große Tor zur Halle stand bereits offen, als hätte es geahnt, dass heute etwas Bedeutendes passieren würde. Tim, der Mann des Tages und künftig in meinem Kopf zuständig für alles, was mit Toiletten-Evolution zu tun hat, winkte mir freundlich zu und deutete ins Innere.
Drinnen erwartete mich eine Art mobiles Winterdorf: mehrere große Zelte, sauber nebeneinandergereiht, jedes mit einem Wohnmobil darin – wie kleine Werkstatt-Iglus für Fahrzeuge mit besonderen Bedürfnissen. Ein Zelt stand leer und wartete offenbar auf mich. Ich durfte hineinrollen, wie ein Patient, der pünktlich zur Operation erscheint.

Ausbau der alten Thetford – Toilette
Tim begrüßte mich freundlich, zeigte mir das gute Stück – die Clesana, die schon bald mein stiller, aber äußerst verlässlicher Begleiter auf all meinen Touren werden sollte – und dann ging alles erstaunlich schnell. Kein großes Zeremoniell, kein technisches Vorspiel, einfach ein professionelles „Dann legen wir mal los“.
Als Erstes stand natürlich der Abschied von der alten Toilette an. Die Thetford musste raus. Ein Moment, der sich ein wenig anfühlte wie eine Trennung aus Vernunftgründen: Wir hatten viel miteinander erlebt, aber irgendwann merkt man eben, dass man in unterschiedliche Richtungen … nun ja … spült. Also machte sich Tim an die Arbeit. Er löste die Verkleidung, entfernte Silikonfugen, kappte die Leitungen und demontierte die Elektrik. Und dann, mit einer chirurgischen Präzision, setzte Tim die Toilette aus ihrem angestammten Lebensraum frei. Und plötzlich bot die Serviceklappe einen ungewohnten Anblick: eine Öffnung, die den Blick von draußen direkt in die Dusche freigab.


Rückbau von Technik und Leitungen
Im nächsten Schritt verschwand alles, was die alte Toilette technisch am Leben gehalten hatte. Elektronik raus, Soganlage raus, Filter raus – kurz gesagt: alles, was bislang dafür sorgte, dass Unterdruck aufgebaut, gespült und irgendwie Ordnung simuliert wurde. Die wasserführenden Leitungen folgten gleich hinterher. Man konnte dem Rückbau regelrecht dabei zusehen, wie aus einem komplexen System Schritt für Schritt ein überschaubarer Raum wurde.

Besonderheit beim Rückbau – Frostsicherheit für die Wasserleitung
Eine kleine Besonderheit gab es dennoch. Eine der Leitungen wurde bewusst nur leicht gekürzt und mit einem Verschlussstopfen versehen, der per Schlauchschelle abgedichtet wurde.
Über diesen Verschlussstopfen lässt sich das System bei Bedarf gezielt belüften. Zur Entleerung oder zur Wintervorbereitung kann hier Luft in die Leitung eingeblasen werden – zum Beispiel mit einer externen Pumpe. So wird das Restwasser aktiv aus dem System herausgedrückt, statt irgendwo still vor sich hin zu lauern. Alternativ lässt sich der Schlauch auch nutzen, damit beim Entleeren Wasser kontrolliert in die Duschwanne läuft. Keine Raketenwissenschaft – aber, so hoffe ich, eine kleine Lösung mit großer Wirkung, vor allem wenn die kalte Jahreszeit beginnt.
Vorbereitung für den Einbau
Nachdem die Silikonfugen innen entfernt waren, ging es ans Feintuning. Mit einem Silikonspray konnte der letzte Rest der Fugen gelöst und sauber entfernt werden – so, dass nichts mehr im Weg war für die nächsten Schritte. Und damit war der Bereich soweit vorbereitet, dass jetzt der eigentliche Einbau der Clesana begann.

Stromversorgung und Verkabelung
Als Nächstes wurden die ersten Kabel gezogen. Dabei kam ein kräftiger Querschnitt zum Einsatz – Clesana empfiehlt typischerweise ein 10 mm²-Stromkabel, damit die Energieversorgung durch den Camper stabil bleibt, selbst wenn die Leitung ein paar Meter durch den Innenraum läuft.
Die neu gezogenen Kabel wurden anschließend mit passenden Kabelschuhen und Steckverbindern versehen – nichts Provisorisches, sondern ordentlich vorbereitet, so wie man es später auch nicht mehr sehen, aber gerne wissen möchte. Danach ging es weiter in den Technikschrank. Dort wurden die Leitungen sauber mitgeführt und über eine 30-Ampere-Sicherung abgesichert.



Das Massekabel fand seinen Platz an einem vorhandenen Verzurrpunkt. Kein Drama, kein Rätselraten – einfach solide angeschlossen. Genau die Art von Arbeit, bei der man merkt: Hier geht es nicht um Tempo, sondern darum, dass es später unauffällig und zuverlässig seinen Dienst tut.
Einbau des Bedienfeld
Mit dem Multimaster wurde anschließend der Ausschnitt für das Bedienteil der Clesana in der Dusche angepasst. Tim hatte sich dafür eigens eine passende Vorlage angefertigt, um den Ausschnitt exakt anzeichnen zu können. Sauber abgeklebt, ausgeschnitten, entgratet – genau die Sorte Arbeit, bei der Präzision wichtiger ist als Tempo. Danach ging es erstaunlich schnell: Die Kabel wurden eingezogen, das Bedienteil eingesetzt, und plötzlich hatte die ganze Aktion nicht mehr den Charakter einer Baustelle, sondern sah zum ersten Mal nach echtem Fortschritt aus.

Ab diesem Moment war klar: Jetzt wird hier nicht mehr nur zurückgebaut, jetzt entsteht etwas Neues.
Endmontage der Clesana Toilette
Damit waren wir bereits auf der Zielgeraden. Zunächst wurde der Sockel der Toilette am Boden und an der Rückwand verschraubt, sauber ausgerichtet und rundum abgedichtet. Die Silikonfugen sorgten dafür, dass später weder Wasser unter den Sockel noch irgendwohin gelangt, wo es nichts zu suchen hat.

Erst danach wurde die Clesana selbst in den Sockel eingesetzt. Das ist einer der großen Vorteile des Systems: Die Toilette lässt sich aus dem Sockel herausnehmen und ebenso problemlos wieder einsetzen. Erst als sie korrekt positioniert war, wurden die elektrischen Verbindungen hergestellt.

Für den gesamten Einbau hatte Tim am Ende knapp vier Stunden benötigt.
An dieser Stelle auch ein Dank an Tim – für die Geduld, die Ruhe und dafür, dass ich während des Einbaus nicht nur zuschauen, sondern auch verstehen durfte, was hier eigentlich passiert. Gerade bei Technik, die man später täglich nutzt, ist dieser Einblick unbezahlbar.
Einweisung und Funktionsprinzip
Im Anschluss nahm sich Martin, ein Kollege von Tim, Zeit für eine ausführliche Einweisung. Er zeigte mir Schritt für Schritt, wie der Inliner korrekt eingelegt wird und worauf man dabei achten sollte. Keine Hektik, keine Selbstverständlichkeiten – sondern genau die Dinge, die man lieber einmal richtig gezeigt bekommt, als später durch eigenes Probieren zu lernen.
Besonders anschaulich wurde es durch ein spezielles Demonstrationsmodell: Martin hatte einen Deckel mit einer Öffnung dabei, durch die man von oben in die Toilette schauen konnte. So ließ sich genau beobachten, was im Inneren passiert. Dabei wurde auch schnell klar, warum ein Punkt entscheidend ist: Der Verschweißvorgang funktioniert ausschließlich bei geschlossenem Deckel. Offen bleibt da nichts – außer der Erkenntnis, dass das System technisch ziemlich durchdacht ist.
Fazit – jetzt zählt der Alltag
Jetzt muss sich die Clesana in der Praxis beweisen. Ob die nicht ganz kleine Investition am Ende die richtige war, ob Technik und Elektronik zuverlässig arbeiten – all das wird sich nicht auf dem Papier entscheiden, sondern unterwegs. Genau dort, wo es im Camperalltag zählt.
Clesana C1 im Alltag – Fazit nach Einbau und erster Praxis
Leider konnten wir die Clesana in diesem Winter noch nicht wirklich im klassischen Reisealltag testen. Große Touren standen nicht an, lange Standzeiten ebenso wenig. Aber ein paar Situationen haben bereits gezeigt, wohin die Reise geht.
Ein gutes Beispiel war die CMT. Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, den Camper mit Wasser zu befüllen. Wer schon einmal bei Minusgraden unterwegs war, weiß, was das bedeutet: Leitungen leeren, Ventile öffnen, Restwasser herausdrücken, hoffen, dass nichts einfriert. Dieser ganze Ablauf blieb uns erspart. Stattdessen hatten wir zehn Liter Wasser dabei – genug für eine Nacht, beziehungsweise zwei, wenn man sich ein wenig diszipliniert.
Morgendusche? Sparsam. Zähneputzen? Noch sparsamer.
Und das Wasser, das am verbraucht wurde, fand seinen Weg nicht in irgendeinen Tank, sondern direkt in die Clesana. Kein Rechnen mehr in Litern Restvolumen, kein Gedanke an Entsorgungsstationen, kein Blick auf die Füllstandsanzeige mit leicht nervösem Unterton.
Auch unterwegs zeigt sich der Unterschied. An Tankstellen in Deutschland kostet der Toilettengang mittlerweile häufig einen Euro – manchmal mehr. Bei der Clesana liegt ein Verschweißvorgang rechnerisch bei rund dreißig Cent. Das verändert den Blick auf solche Situationen. Nicht aus Geiz, sondern aus dem Gefühl heraus, unabhängig zu sein.
Und genau das ist vermutlich der größte Vorteil: Unabhängigkeit.
Gerade mit Blick auf die kommenden geführten Wohnmobilreisen in Rumänien freue ich mich auf diesen Aspekt. Abseits größerer Infrastruktur unterwegs zu sein, ohne ständig an Entsorgungsstationen denken zu müssen, ist mehr als Komfort. Es ist Freiheit – nur diesmal ohne logistischen Beigeschmack. Ob sich die Investition langfristig rechnet, wird der Alltag zeigen. Aber die Richtung stimmt. Und das ist im Vanille oft schon die halbe Miete.

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Clesana C1 – Preis und Verfügbarkeit prüfen
Wenn du dich für die Clesana C1 entscheidest, kannst du hier den aktuellen Preis und die Verfügbarkeit bei Fritz Berger informieren.
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Clesana C1 rote Schublade im Display – Füllstand prüfen statt Fehlermeldung
Ein kleiner Realitätsmoment zum Schluss: Auf der Rücktour von der CMT wollte die Clesana plötzlich nicht mehr verschweißen. Kein Geräusch, kein Fortschritt – einfach Stillstand. Mein erster Gedanke? Irgendetwas stimmt mit dem Magneten nicht. Vielleicht ein Sensor. Vielleicht Technik. Vielleicht Murphys Gesetz.
Während ich noch gedanklich die halbe Elektronik zerlegte, kam der entscheidende Hinweis von der Beifahrerseite: „Guck mal, Schublade.“
Tatsächlich – im Display war die rote Schublade zu sehen. Ich hatte sie schlicht nicht wahrgenommen. Also Schublade geöffnet, geleert, wieder geschlossen – und alles lief weiter wie gewohnt.
Erst später habe ich mich genauer damit beschäftigt. Die rote Schublade bedeutet nicht zwingend „voll“, sondern zunächst: Füllstand prüfen. Die Toilette möchte schlicht wissen, ob noch genug Platz für den nächsten Beutel vorhanden ist. Öffnet man die Schublade kurz und schließt sie wieder, registriert das System die Kontrolle – und arbeitet weiter, sofern ausreichend Raum da ist.
In meinem Fall war sie tatsächlich voll. Aber das Problem lag weniger an der Technik als am Anwender.
Manchmal ist es eben keine Fehlermeldung – sondern nur ein dezenter Hinweis, genauer hinzusehen.

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Herstellerinformationen zur Clesana C1 (Videos & Dokumentation)
Die folgenden drei Links zu den Videos stammen direkt von Clesana und erklären die wichtigsten Grundlagen zur Nutzung der Clesana C1. Sie zeigen die Bedienung der Toilette und das korrekte Einsetzen des Folienliners.
Die Bedienung – In diesem VideoLink von Clesana wird die Funktionsweise der Clesana C1 verständlich erklärt. Gezeigt wird, was beim Toilettenzyklus passiert und wie die Bedienung über das Bedienfeld im Alltag funktioniert.
Der Folienliner – Irgendwann ist es so weit: Der Folienliner muss gewechselt werden. In diesem VideoLink wird Schritt für Schritt gezeigt, wie der Liner korrekt eingesetzt wird und worauf dabei zu achten ist.
Der YouTube-Kanal von Clesana stellt darüber hinaus zahlreiche weitere Videos bereit – unter anderem zu möglichen Fehlermeldungen, zur Fehlerbehebung sowie zu Wartung und praktischen Details rund um die Verschweißtoilette.
Die offizielle Bedienungsanleitung der Clesana C1 als PDF – direkt vom Hersteller. Enthält alle wichtigen Informationen zu Bedienung, Pflege, Sicherheit und Wartung.
Clesana Toilette 2026 – Alternative oder weiterhin Premium?
Noch vor wenigen Jahren wirkte die Clesana im Campermarkt fast wie eine kleine Revolution. Kein Schwarzwassertank, keine Kassette, kein Rechnen in Litern – stattdessen ein geschlossenes Verschweißsystem mit Folienliner. Autarkie in technischer Form.
Dabei ist das Prinzip selbst keine neue Erfindung. Verschweißtoiletten werden im medizinischen Bereich in Japan seit Jahrzehnten eingesetzt – etwa in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Neu war nicht die Technik an sich, sondern ihre Übertragung in den europäischen Campingmarkt. Und genau das hat Clesana als einer der ersten Anbieter erfolgreich umgesetzt – als integriertes, seriennahes Premiumprodukt für Reisemobile.
2026 sieht der Markt anders aus.
Trockentrenntoiletten sind etabliert, preislich deutlich attraktiver und gesellschaftlich akzeptiert. Neue Anbieter bringen eigene Schweißsysteme auf den Markt. Die Alleinstellung ist verschwunden. Und damit stellt sich zwangsläufig die Frage:
Ist die Clesana weiterhin eine Premiumlösung – oder nur noch eine von mehreren Alternativen?
Nach Einbau, erster Praxis und den bisherigen Erfahrungen unterwegs lohnt es sich, nüchtern darauf zu schauen. Nicht ideologisch. Nicht fanboyhaft. Sondern aus Sicht dessen, der sie tatsächlich nutzt. Und ehrlich gesagt wird nicht ein Datenblatt entscheiden, sondern die Zeit. Servicequalität. Ersatzteilverfügbarkeit. Reaktionsgeschwindigkeit bei Problemen. Und vor allem die Haltbarkeit im täglichen Einsatz – nicht im Showroom.
Ob sie dauerhaft Premium bleibt oder sich im Markt neu einordnen muss, wird sich nicht 2026 entscheiden, sondern in den kommenden Jahren im echten Camperalltag.
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