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Kloster Moldovița in der Bukowina – Fresken, Geschichte und zwei Geheimtipps

Außenansicht des Klosters Moldovița mit Wehrmauer und Türmen
Die mächtigen Mauern und Wehrtürme zeigen, dass Moldovița nicht nur ein Ort des Glaubens war.

Sieben Uhr. Kaffee wirkt langsam, Plan steht. Erst zum Kloster Moldovița – wir sind dort grob verabredet. Mit Toma de Suceava, dem Hofmaler von Petru Rareș. Treffpunkt: Südwand, etwa auf Augenhöhe. Verspätungen seinerseits sind nicht zu erwarten — er ist seit 1537 da. Nach dem Treffen geht es weiter zu den Holzkirchen von Kloster Bârsana und zum Abschluss noch zum Fröhlichen Friedhof Săpânța.

Vor uns liegen etwas über 200 Kilometer. Klingt erstmal nach einer gemütlichen ersten Etappe – zumindest auf dem Papier. Ein kleines Stück Autobahn ist dabei, der Rest ganz klassisch Landstraße. Viel Rumänien, viel Natur. Google Maps sagt 3 Stunden 19 Minuten, ich rechne im Wohnmobil eher mit vier bis viereinhalb Stunden. Irgendwo hält man ja doch immer wieder an – sei es für ein Foto, einen Kaffee oder einfach, weil es zu schön ist, um weiterzufahren.

Das Einzige, was heute schon sicher ist: Abends gibt es Fisch aus dem Donaudelta. Der liegt nämlich noch im Kühlschrank und wartet geduldig auf seinen Einsatz – gestern waren wir einfach noch zu satt.

Also: Motor an und los.

Mit dem Wohnmobil unterwegs in der Bukowina

Und dann stehst du da und schaust auf diese Dächer. Je nach Licht wirkt es fast so, als würde hier und da etwas Gold fehlen – so, als hätte schon jemand angefangen, es vorsichtig abzukratzen.

Bei den aktuellen Goldpreisen kommt einem da kurz ein Gedanke… aber gut, lassen wir das lieber.

Tatsächlich ist das nämlich gar kein echtes Gold. Auch wenn es genau so aussieht. Was hier oben glänzt, ist moderne Technik: titan-nitridbeschichtetes Edelstahlblech, in Rumänien oft als „tablă aurită“ bezeichnet. Dieselbe Beschichtung, die man zum Beispiel auch bei Industriebohrern verwendet – extrem robust und genau deshalb so langlebig. Deshalb sehen viele dieser Kirchen auch so neu und makellos aus, selbst wenn sie schon ein paar Jahre stehen.

orthodoxe Kirche in Boroaia mit goldenem Dach und goldenen Türmen
Auffällige Kirche in Boroaia mit glänzendem Dach und goldenen Türmen

Typisch für viele orthodoxe Kirchen in Rumänien sind genau diese auffälligen Türme mit Kreuzen, die oft bewusst so gestaltet sind, dass sie schon von Weitem sichtbar sind. Gerade in ländlichen Regionen sind sie nicht nur religiöse Orte, sondern auch so eine Art Orientierungspunkt im Ort.

Das sind die Momente, die die Strecke länger machen, als du eigentlich denkst: kurz langsamer werden, anhalten, aussteigen – und natürlich noch schnell ein Foto als Beweis.

Und wieder ein Fotomotiv. Wenn das so weitergeht, kommen wir heute nicht mehr am Kloster Moldovița an.

Ich bin ehrlich, mich fasziniert das jedes Mal aufs Neue. Diese Dächer, diese Kanten, diese ganzen kleinen Verzierungen – das ist alles andere als zufällig. Und genau da stellt man sich die Frage: Warum macht man sich diese Arbeit? Ein einfaches Blechdach würde doch auch reichen.

Die Antwort ist eigentlich ziemlich einfach – und gleichzeitig ziemlich typisch für die Region. Hier geht es nicht nur um Funktion, sondern auch um Handwerk und Stolz. Diese Höfe sind oft über Generationen gewachsen. Und was man kann, das zeigt man auch. Die Verzierungen sind so etwas wie eine Visitenkarte: Schau her, das ist unser Haus, das ist unsere Arbeit.

traditioneller Hof in Boroaia mit verziertem Holztor und Blechdach
Aufwendig verzierter Hof mit typischem Blechdach in Boroaia

Dazu kommt der Einfluss der traditionellen Holzarchitektur. Viele dieser Muster stammen ursprünglich aus geschnitzten Holzbalken und wurden später auf Metall übertragen. Das Material hat sich verändert, der Stil ist geblieben.

Und so entsteht genau das, was man hier überall sieht: Häuser, die nicht einfach nur gebaut sind, sondern gestaltet.

Seit dem letzten Fotostopp verändert sich die Landschaft spürbar. Die weiten Flächen werden weniger, die Straße zieht sich durch langgezogene Täler, die Hügel rücken näher zusammen.

An einer Kreuzung irgendwo zwischen Suceava und den Bergen stehen plötzlich nicht ein oder zwei Hinweisschilder, sondern gleich ein ganzer „Schilderwald“. Und der zeigt nicht etwa Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinne – sondern nur eins: Kloster, Kloster und noch mehr Klöster.

Hinweisschilder zu mehreren Klöstern in der Bukowina an einer Kreuzung
Kreuzung mit zahlreichen Hinweisen zu Klöstern in der Region Bukowina

Wir standen genau an so einer Kreuzung. Rechts wäre es Richtung Fântânele Mare und Spătărești gegangen, wir sind einfach geradeaus weiter. Und wie das Schild zeigt: Noch 67 Kilometer bis zum Moldovița-Kloster.

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4 UNESCO-Klöster direkt im Schilderwald

Sucevița, Humor, Probota und Voroneț – vier der UNESCO-Welterbe-Klöster der Bukowina tauchen genau auf diesem Schilderwald auf. Alle liegen in einem überschaubaren Radius und gehören zur Tradition der bemalten Moldau-Klöster. Und trotzdem hat jedes seinen eigenen Charakter.

Kloster Sucevița

Das jüngste der großen Klöster und komplett von einer massiven Mauer umgeben. Der ganze Komplex wirkt eher wie eine kleine Festung. Auffällig ist die „Leiter der Tugenden“, die sich über die Außenwand zieht. Farblich dominiert hier ein kräftiges Grün.

Kloster Humor

Deutlich kleiner und ruhiger. Keine Festungsmauer, eher offen und fast schon zurückhaltend. Die Fresken sind von rötlichen Tönen geprägt, die Anlage wirkt insgesamt persönlicher.

Kloster Probota

Eines der älteren Klöster der Region. Lange Zeit in schlechtem Zustand, später aufwendig restauriert. Weniger besucht als die anderen – genau das macht den Reiz aus.

Kloster Voroneț

Das bekannteste der Region. Oft als „Sixtinische Kapelle des Ostens“ bezeichnet. Markenzeichen ist das berühmte Voroneț-Blau. Die Darstellung des Jüngsten Gerichts gehört zu den eindrucksvollsten Fresken Europas.

Das ist kein Zufall. Wir waren in der Bukowina – einer Region, deren Klosterlandschaft zu den dichtesten in Europa zählt. Auf engstem Raum liegen hier mehrere UNESCO-Welterbestätten, eine Konzentration, die so weltweit selten ist. Das zeigt wieder einmal: Rumänien ist ein unterschätztes Reiseland, in dem es noch viel zu entdecken gibt.

Übrigens sind die Klöster bis heute bewohnt – keine Museen, sondern gelebter Alltag. Wer hier also eine Bildungsreise rund um das Thema Klöster plant, hat definitiv mehr als genug Auswahl.

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Warum es in der Bukowina so viele Klöster gibt

Die Bukowina, auch „Buchenland“ genannt, war im Mittelalter das Zentrum des Fürstentums Moldau – geschützt von dichten Wäldern und den Ausläufern der Karpaten. Gute Voraussetzungen für klösterliches Leben.

Ein entscheidender Grund für die hohe Klosterdichte liegt aber in der Geschichte der moldauischen Fürsten. Besonders Ștefan cel Mare verfolgte ein bemerkenswertes Prinzip: Nach jeder gewonnenen Schlacht ließ er eine Kirche oder ein Kloster errichten. Und gewonnen hat er erstaunlich oft – laut verschiedener Quellen 34 bis 46 Mal. So entstanden unter anderem Klöster wie Kloster Putna oder Kloster Voroneț.

Sein Sohn Petru Rareș führte diese Tradition fort und ließ unter anderem die berühmten bemalten Klöster Moldovița, Humor und Probota errichten. Kloster Sucevița kam erst Jahrzehnte später unter den Movilă-Fürsten dazu — als jüngstes der bemalten Klöster.

Die Klöster waren dabei nicht nur religiöse Orte, sondern auch Schutzanlagen, Bildungszentren und Ausdruck von Macht und Glauben zugleich. Deshalb findest du hier heute auf engem Raum so viele Klöster – und genau das macht die Bukowina so besonders.

Und dann sind wir da – am Kloster Moldovița

Was sofort auffällt: Es ist erstaunlich ruhig. Kaum Besucher, fast schon leer. Genau so, wie man sich so einen Ort eigentlich wünscht.

Holztor am Eingang zum Kloster Moldovița mit geschnitzten Verzierungen
Aufwendig geschnitztes Holztor am Eingang zum Kloster Moldovița

Schon vor dem eigentlichen Klostergelände steht ein aufwendig geschnitzter Holz-Torbogen. Wir schauen uns die Anlage erstmal von außen an. Direkt daneben ein kleiner Friedhof – auch das gehört hier einfach dazu. Es wird greifbar, wozu die hohen Mauern und Ecktürme dienten. Die Klosterkirche steht komplett innerhalb der ummauerten Anlage, mit nur einem einzigen Zugang. Von außen wirkt das eher wie eine kleine Festung als wie ein klassisches Kloster.

Luftaufnahme des Klosters Moldovița mit Mauern und Türmen in der Bukowina
Blick von oben auf das Kloster Moldovița mit Wehrmauer, Türmen und umliegender Landschaft (April)

Drinnen dann ein kompletter Schwenk. Ruhig. Still. Fast schon entschleunigt.

Auf einem schlichten laminierten A4-Blatt am Tor – auf Rumänisch – heißt es:
„Im Herzen der bukowinischen Hügel, dort, wo der Wald den Himmel umarmt, erhebt sich eines der elegantesten und harmonischsten Klöster des mittelalterlichen Rumäniens – das Kloster Moldovița…“

An diesem Tag mussten wir keinen Eintritt bezahlen. Vermutlich lag das daran, dass wir am orthodoxen Karfreitag dort waren – Ostern fiel 2026 auf den 12. April. An den hohen orthodoxen Feiertagen ist freier Zugang üblich; die Anlage steht dann eher den Gläubigen und Pilgern offen. Weniger den Touristen. An normalen Tagen zahlen Touristen 10 Lei Eintritt.

Blick durch das Eingangstor auf die Fresken am Kloster Moldovița
Durch das Tor auf die bemalten Außenwände der Klosterkirche geschaut

Durch das Tor in der massiven Klostermauer geht es hinein in die Anlage. Ein kurzer Moment, fast unscheinbar – und trotzdem merken wir sofort, dass das jetzt eine andere Welt ist.

Rund um die Klosterkirche ziehen sich Gebäude entlang der Mauern – dort leben die Nonnen, die das Kloster bis heute betreiben. Wir merken schnell: Das hier ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem tatsächlich gelebt wird.

Orthodoxer Hieromonach im Innenhof des Klosters Moldovița
Ein orthodoxer Mönchspriester im Innenhof des heute noch aktiven Klosters Moldovița.

Zwischendurch sehen wir auch Bewegung. Menschen, die hier arbeiten, die dazugehören. Kein inszenierter Ort, sondern Alltag hinter historischen Mauern.

Innenhof des Klosters Moldovița mit Blick auf die Klosterkirche
Blick in den Innenhof mit Klosterkirche und umliegenden Gebäuden

Kloster Moldovița verstehen

Es gab ein Kloster davor – und das ist verschwunden

Bereits um 1402 ließ Fürst Alexandru cel Bun (Voivode der Moldau 1400–1432) hier ein Kloster errichten. Es bestand rund ein Jahrhundert, bis es Ende des 15. Jahrhunderts durch einen massiven Erdrutsch zerstört wurde. Die heutige Anlage entstand 1532 unter Petru Rareș, bewusst an einer Stelle, die als sicherer galt.

Was viele übersehen: Die Reste der ursprünglichen Anlage sind heute durchaus noch sichtbar – mehr dazu im 2. Geheimtipp am Ende des Beitrags.

Der Stifter: kein Thronfolger, aber Fürst

Erbaut wurde das Kloster von Petru Rareș, dem unehelichen Sohn von Ștefan cel Mare. Kein klassischer Erbe – und trotzdem zweimal Fürst der Moldau (1527–1538 und 1541–1546). Dazwischen lag sogar ein Exil. Das ist keine Randnotiz, das erklärt, warum solche Bauwerke auch politische Statements waren.

Büste von Petru Rareș im Kloster Moldovița in der Bukowina
Die Büste erinnert an Fürst Petru Rareș, unter dem die heutige Klosteranlage 1532 entstand.

Eine Anmerkung dazu, die viele überrascht: Petru Rareș selbst – der Erbauer des heutigen Klosters – ist nicht in Moldovița bestattet, sondern in der Mănăstirea Probota. Sein Vermächtnis hier sind die Architektur, die Fresken und der erhaltene Holzstuhl im Museum – nicht sein Grab.

Mehr Festung als Kloster

Von außen wirkt Moldovița eher wie eine kleine Burg – und das ist kein Zufall.

  • Mauern: rund 6 Meter hoch
  • Ecktürme zur Sicherung
  • ein klar definierter Zugang durch ein Tor im Osten

Das Ganze war im 16. Jahrhundert notwendig. Die Region lag nahe an der osmanischen Einflusszone – das hier war nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Rückzugsort im Ernstfall.

Die Fresken erzählen mehr als man denkt

Eines der bekanntesten Motive zeigt die „Belagerung von Konstantinopel“. Was dahinter steckt: Dargestellt ist nicht die osmanische Eroberung von 1453 – sondern eine Belagerung durch Awaren, Slawen und Perser im Jahr 626, die die Stadt damals überstand. Die Angreifer wurden aber bewusst so gemalt, dass sie wie Osmanen wirken.

Fresko der Belagerung von Konstantinopel mit Kanonen im Kloster Moldovița
Die Angreifer wurden bewusst mit osmanischen Merkmalen dargestellt – obwohl die dargestellte Belagerung Jahrhunderte früher stattfand.

Das ist kein Fehler, sondern Absicht. Eine erfolgreich abgewehrte Belagerung wird auf die akute türkische Bedrohung der Moldau projiziert – Wandmalerei als politisches Mittel ihrer Zeit.

Warum die Fresken hier so gut erhalten sind

Im Vergleich zu anderen Klöstern wirken die Malereien hier oft erstaunlich frisch.

Das liegt an zwei Dingen:

  • geschützte Lage im Tal des Flusses Moldovița
  • ein ungewöhnlich weit überstehendes Dach

Beides sorgt dafür, dass Wind und Regen über Jahrhunderte weniger Schaden angerichtet haben als anderswo. Besonders gut sichtbar ist das an der Südseite der Kirche: Sie bekommt mehr Sonne, trocknet schneller ab und ist deutlich besser erhalten. Auf der Nordseite hingegen haben Wind, Regen und Schatten über die Zeit sichtbar mehr Spuren hinterlassen.

Heute aktives Nonnenkloster

Moldovița ist seit Mitte der 1980er wieder als aktives Frauenkloster eingerichtet. Rund 30 Schwestern leben hier und produzieren Honig, Marmeladen, Stickereien und Ikonen für den Verkauf vor Ort.

Außen Gelb, innen drastisch – die Fresken von Moldovița

Wir lassen uns Zeit, schauen uns die Fresken an, gehen einmal um die Kirche herum, werfen einen Blick ins Innere und versuchen zu verstehen. Was beim Rundgang sofort auffällt: der dominierende Gelbton der Außenwände – Moldovițas „Hausfarbe“, wie jedes der bemalten Klöster eine hat.

Apropos: Wir hatten ja eine Verabredung. Der Mann hinter diesen Außenwänden heißt Toma de Suceava – Hofmaler von Petru Rareș, vermutlich Mönch. 1537 hat er hier mit seinen Schülern die Wände bemalt, in einem Stil, der für die orthodoxe Tradition ungewöhnlich ist: humanisierte Gesichter, ein Hauch italienische Renaissance. Signiert hat er nichts. Aus Demut, vermutet die Forschung. Pünktlich war er aber.

Was uns innen in der Klosterkirche besonders aufgefallen ist: wie drastisch viele der Fresken sind. Märtyrer-Szenen in einer Direktheit, die überrascht – Enthauptungen, abgeschlagene Köpfe, Hinrichtungen im Detail. Das wirkt im ersten Moment fast brutal, ist aber kein Zufall. In der orthodoxen Tradition sollten diese Bilder zeigen, was Heilige für ihren Glauben erlitten haben – Vorbild und Mahnung zugleich.

Skizze des Martyriums des Heiligen Prokopios im Kloster Moldovița
Die Skizze zeigt eine der eindrucksvollen Märtyrerdarstellungen aus den Fresken des Klosters Moldovița.

Eine andere Beobachtung im Inneren: Gläubige knieten sich nieder und krochen unter einem niedrigen Tisch hindurch. Das ist eine alte orthodoxe Tradition – unter dem Tisch liegen meist Reliquien eines Heiligen, und das Hindurchkriechen gilt als Akt der Demut und als Bitte um Schutz, Heilung oder Segen. Oft wird es drei Mal wiederholt – einmal für jede Person der Heiligen Dreifaltigkeit. Eine Praxis, die hier nicht inszeniert ist, sondern ganz selbstverständlich gelebt wird.

Außenfresken am Kloster Moldovița mit detailreichen religiösen Darstellungen
Detailreiche Malereien an der Außenwand der Klosterkirche in Moldovița
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Praktisches für den Besuch

Parken

Direkt am Kloster gibt es einen Parkplatz mit ausreichend Stellflächen für PKW. Auch Wohnmobile haben ausreichend Platz.

Eintritt

Aktuell werden 10 Lei pro Person (Stand Juni 2026) erhoben. An den hohen orthodoxen Feiertagen entfällt der Eintritt oft, in der Vorsaison ist die Kasse manchmal nicht besetzt. Wer im Sommer anreist, sollte ein paar Lei Bargeld dabei haben.

Fotografieren

Im Innenraum der Klosterkirche und im Museum ist Fotografieren nicht gestattet – weder die Fresken noch der historische Holzstuhl, weder Foto noch Video. Für eigene Aufnahmen bleibt der Außenrundgang. Wer sich auf den Innenraum einlassen will, sollte sich darauf einstellen, die Eindrücke ohne Kamera mitzunehmen.

Toiletten

Toiletten sind vor Ort vorhanden – kostenpflichtig, üblicherweise zwei Lei in bar.

Kloster Moldovița – Zwei Geheimtipps

Geheimtipp 1 – Der Holzstuhl im Museum

Was viele übersehen: Auf dem Gelände gibt es ein kleines Museum, untergebracht in dem Schatzhaus, das Metropolit Efrem 1612 errichten ließ. Der Raum ist unscheinbar, aber drinnen steht ein Stück Geschichte zum Anfassen – der geschnitzte Holzstuhl des Stifters Petru Rareș. Auf diesem Stuhl saß der Fürst, wenn er das Kloster besuchte und am Gottesdienst teilnahm. Kein Schaustück also, sondern ein Möbelstück, das tatsächlich genutzt wurde.

Darüber hinaus sind Ikonen, alte Handschriften und kunstvolle Stickereien ausgestellt. Wer nur den Außenrundgang macht, geht daran vorbei. Schade eigentlich. Es ist einer der wenigen Orte, an denen du dem Stifter eines Klosters nicht nur auf Fresken begegnest, sondern ein persönliches Stück aus seinem Alltag direkt vor dir siehst.

Skizze des geschnitzten Holzstuhls von Petru Rareș im Kloster Moldovița
Eine Skizze des historischen Holzstuhls, der im Museum des Klosters Moldovița aufbewahrt wird.

Geheimtipp 2 – Die Ruine des Vorgänger-Klosters

Viele Reiseführer und Webseiten schreiben, von der ursprünglichen Anlage sei „kaum noch etwas zu sehen“. Bei unserem Besuch im Juni 2026 hat uns eine der Nonnen vor Ort etwas anderes erzählt: Die Ruinen sind durchaus noch erhalten und gut zu finden. Sie liegen etwa 800 Meter vom heutigen Kloster entfernt.

Ruine des ursprünglichen Klosters Moldovița in der Bukowina
Die Ruinen der ursprünglichen Klosteranlage liegen etwa 800 Meter vom heutigen Kloster entfernt.

Die Wegbeschreibung der Nonne: Vor dem Haupteingang des Klosters nach rechts halten, am Toilettenhäuschen vorbei und dann etwa 800 Meter dem Weg folgen, halbwegs geradeaus. Am Ziel steht ein kreisrunder Zaun, oben mit Schindeln gedeckt – in derselben Bauweise wie die Klostermauer selbst. Eine kleine Behelfstreppe ermöglicht den Zugang ins Innere. Dort findest du die Reste der ursprünglichen Anlage – sozusagen den Ort, an dem die Geschichte von Moldovița begann.

Eingang zur Ruine des ursprünglichen Klosters Moldovița
Eine einfache Holzstufe führt in die Ruinen der ursprünglichen Klosteranlage.

Was uns dort überrascht hat: Die Ruine ist nicht einfach ein verlassener Steinhaufen. Im Inneren stehen Ikonen, und es brennen frische Kerzen. Der Ort wird bis heute als Andachtsstätte genutzt – eine Vorstellung, die in der orthodoxen Tradition tief verwurzelt ist: Die Heiligkeit haftet dem Ort an, nicht dem Gebäude. Auch wenn die ursprüngliche Kirche längst eingestürzt ist, kommen Gläubige hierher, beten und zünden eine Kerze an. Gerade das macht diesen Platz so besonders: Die Mauern sind Ruinen, die Bedeutung des Ortes ist geblieben.

Ikonen und Kerzen in der Ruine des ursprünglichen Klosters Moldovița
Zwischen den Mauern der zerstörten Klosteranlage werden bis heute Kerzen entzündet und Gebete gesprochen.

Fazit zum Kloster Moldovița in Rumänien

Das Moldovița-Kloster ist kein Ort, den du einfach nur „abhakst“. Einmal durchlaufen, Foto machen und weiter – das funktioniert hier nicht wirklich. Du kannst hier einmal durchgehen, klar. Die Fresken anschauen, ein paar Bilder machen und nach einer halben Stunde wieder draußen sein. Das geht.

Aber damit wirst du dem Ort nicht gerecht.

Wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst und dich mit dem beschäftigst, was du da eigentlich siehst, verändert sich der Blick. Die Fresken sind nicht einfach nur schön oder alt. Sie erzählen Geschichten, transportieren Botschaften und zeigen ziemlich deutlich, wie hier früher gedacht wurde. Und genau das macht diese Klöster in der Bukowina so besonders.

Nicht nur einzeln, sondern in ihrer Dichte. Dass es hier in der Bukowina so viele Anlagen auf engem Raum gibt, bis heute erhalten und teilweise sogar aktiv genutzt – das ist alles andere als selbstverständlich.

Das ist kein Zufall, sondern Geschichte, Glaube und Politik an einem Ort. Wenn du das im Hinterkopf hast, wirkt Moldovița plötzlich ganz anders. Kein Ort für spektakuläre Effekte – aber einer, der hängen bleibt.

Und ganz praktisch: Plane hier ruhig etwa 45 Minuten bis eine Stunde ein. Das reicht, um einmal herumzugehen, die Fresken wirklich anzuschauen und den Ort auf dich wirken zu lassen. Wir lassen zum Abschluss noch einmal die Drohne raus, ein paar Aufnahmen von oben – und dann geht es auch schon weiter. Zu den Holzkirchen vom Kloster Bârsana.

Moldovița ist einer der Orte, die wir auf meiner geführten Wohnmobilreise durch Rumänien gemeinsam besuchen – mit Zeit für die Fresken, die Geschichte und das, was zwischen den Steinen liegt.

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Ausflug mit der historischen Schmalspurbahn

Mit der Mocănița durchs Moldovița-Tal

Wer in Moldovița ist und noch etwas Zeit mitbringt, sollte einen Halt an der Gara Moldovița einplanen. Von dem frisch renovierten historischen Bahnhof startet die Mocănița Huțulca – eine Schmalspurbahn, die sich mit Dampf und im gemächlichen Tempo rund ein Dutzend Kilometer durch das Moldovița-Tal zieht, vorbei an Wäldern und typischen Dörfern der Bukowina.

Gebaut wurde die Strecke bereits 1888 – nicht für Touristen, sondern für den Holztransport. Über Jahrzehnte brachte die Bahn Baumstämme aus den umliegenden Wäldern ins Tal, zuletzt bis 2001. Erst danach wurde aus der Waldbahn eine touristische Strecke. Heute gehört sie zu den letzten noch betriebenen Schmalspurbahnen dieser Art in Europa.

Eine Fahrt ist Entschleunigung pur – Dampf, Landschaft, kaum Tempo. Im Sommer fährt die Mocănița regelmäßig, im Winter nur an ausgewählten Tagen. Fahrpläne und Preise ändern sich je nach Saison, deshalb lohnt sich vorab ein Blick auf die offizielle Seite: mocanitamoldovita.ro.

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