Von der Hohen Tatra nach Ungarn – Start in den Tag im Skigebiet Ždiar
Am nächsten Morgen – es ist Karfreitag – zeigte sich dann erst richtig, wo Dani und ich da eigentlich gelandet waren. Im Hellen wurde klar: Das hier war ein großes Skigebiet in der Hohen Tatra (Ski Centrum Strachan Ždiar – Strednica) – und der Parkplatz, auf dem wir standen, lag mittendrin. Und Schnee war auch nicht gerade wenig vorhanden. Locker ein halber Meter, alles weiß, alles ruhig. Schön anzusehen, aber wir wollten lieber zügig weiter. Unser Ziel heute: Oradea in Rumänien.
Also ging es früh los. Die Morgendusche musste noch sein, aber Kaffee und weitere morgendliche Annehmlichkeiten mussten warten. Einfach im Cockpit unseres Grand California Platz nehmen, starten und erstmal raus aus diesem schneereichen Gebiet.
Frühstück in der Slowakei – Kaffee und Ei mit Bergblick

Kurze Zeit später hielt ich an einem Rastplatz. Jetzt war Zeit für das, was vorher gefehlt hatte: ein heißer Kaffee und Frühstück. Ganz entspannt, ohne Hektik, mit Blick auf die schneebedeckten Riesen der Hohen Tatra. Danach noch ein kleiner Spaziergang, einmal durchatmen, ein bisschen bewegen. Die Drohne ging auch nochmal kurz hoch – ein paar Bilder von der Umgebung, von der Landschaft, die jetzt bei Tageslicht nochmal ganz anders wirkte.
Und dann ging es weiter. Auf die slowakische Autobahn, Richtung Ungarn.
Polizeikontrolle in der Slowakei – kurz vor der Grenze zu Ungarn

Kurz vor der Grenze zu Ungarn wurde ich in der Slowakei dann noch von der Polizei rausgewunken. Ich fragte, ob alles in Ordnung sei. Der Beamte grinste, völlig entspannt, und meinte nur: Ja, alles gut. Dann fing er an zu scherzen: Ob ich Heroin, Kokain oder andere Drogen dabeihätte.
Ich machte nur ein leises „psst“ und schaute ihn an.
Daraufhin fragte er, ob ich vielleicht noch Leute schmuggeln würde.
Ich sagte: „Ja, zwei.“
Er grinste, winkte ab und meinte nur: Alles klar – gute Fahrt.
Und genau so ging es dann auch weiter.
Tanken in Ungarn – wenn der Preis plötzlich nicht mehr gilt
Die Autobahn wechselte von der Slowakei nahtlos nach Ungarn. Noch über 200 Kilometer bis nach Oradea in Rumänien, unserem heutigen Tagesziel. Mittlerweile waren wir nur noch einen Katzensprung von der rumänischen Grenze entfernt. Da unser Tank inzwischen ziemlich leer war, hielt ich Ausschau nach Preisen für Diesel entlang der Autobahn. Der Preis für den Liter Diesel: 615 Forint.

Wir entschieden uns, einen Umweg zu nehmen, nochmal runterzufahren und eine Tankstelle abseits der Autobahn zu suchen – in der Hoffnung, dort vielleicht ein paar Cent zu sparen.
Spritpreise in Ungarn – 615 Forint angezeigt, 789 bezahlt
Angekommen, der Blick auf die Preistafel: 615 Forint für einen Liter Diesel. Der Preis war somit nicht billiger, aber auch nicht teurer.
Ich fuhr an die Zapfsäule. Vor mir stand noch jemand, der gerade einen Kanister befüllte und anschließend sein Auto tankte. Wie viel genau er getankt hatte – keine Ahnung.
Dann war ich dran.
Kaum stand ich an der Zapfsäule, kam ein Mann mit schnellen Schritten aus dem Tankstellenhäuschen direkt auf mich zu. Er erklärte mir, dass ich maximal 50 Liter tanken dürfe.
Ich nahm die Zapfpistole, steckte sie in den Tankstutzen des Grand California – und konnte im nächsten Moment kaum glauben, was ich da auf der Anzeige sah.
789 Forint pro Liter Diesel.
Und der Grund war so simpel wie absurd:
Ich war Ausländer.
In dem Moment merkst du erst, was hier eigentlich läuft. Der Preis da draußen gilt nicht für dich. Der gilt nur für ungarische Fahrzeuge. Und du stehst daneben und zahlst einfach mal deutlich mehr – für exakt denselben Diesel.

👉 Hinweis am Wegesrand
Tanken in Ungarn – zwei Preise, ein System
Geschützter Preis für Ungarn, Marktpreis für Ausländer
Stand: April 2026
In Ungarn gibt es seit der Energiekrise rund um den Ukraine-Krieg zeitweise ein besonderes Preissystem für Kraftstoffe. Der Staat hat einen sogenannten „geschützten Preis“ eingeführt, um die eigene Bevölkerung zu entlasten. Dieser gilt jedoch nur für ungarische Bürger bzw. Fahrzeuge mit ungarischer Zulassung.
Für alle anderen – also auch für Durchreisende und Touristen aus anderen Ländern – gilt der sogenannte Marktpreis. Und der kann deutlich höher ausfallen.
Das sorgt immer wieder für Kritik. Denn innerhalb der Europäischen Union gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Unterschiedliche Preise allein aufgrund der Herkunft bzw. des Kennzeichens bewegen sich daher in einem rechtlich sensiblen Bereich und werden von der EU zumindest kritisch gesehen.
Warum das System für Durchreisende problematisch ist
In der Praxis bedeutet das: Der günstige Preis an der Anzeigetafel ist oft nicht der Preis, den du am Ende bezahlst. Erst an der Zapfsäule oder beim Bezahlen wird klar, welcher Tarif für dich gilt.
Das System an sich ist politisch gewollt. Die Umsetzung vor Ort sorgt jedoch dafür, dass du als ausländischer Fahrer schnell das Gefühl bekommst, bewusst in die Irre geführt zu werden und benachteiligt zu sein.
Und wenn man dann noch einen Schritt weiter denkt, wird es eigentlich noch schräger. Denn die Differenz zwischen „günstigem“ Preis und Marktpreis fällt ja nicht einfach vom Himmel. Sie wird irgendwo gegenfinanziert – und das passiert am Ende über Steuern und Abgaben. Heißt übersetzt: Als Ausländer zahlst du nicht nur mehr, sondern trägst im Zweifel sogar noch dazu bei, dass andere günstiger tanken können.
Ob das am Ende rechtlich so in Ordnung ist – keine Ahnung. Aber aus Verbrauchersicht ist das für mich grenzwertig. Und ehrlich gesagt: So stelle ich mir fairen Wettbewerb innerhalb der EU nicht vor.
Mein Fazit: Wenn du in Ungarn unterwegs bist, rechne im Zweifel mit dem höheren Preis – und sieh den günstigen eher als Ausnahme als als Regel. Alternativ kannst du auch noch vor dem Grenzübertritt tanken.
Spritschock in Ungarn – Ankommen in Rumänien
Nach dem ersten Schreck und der kurzen Überlegung, dem Ganzen vielleicht doch ein wenig mehr Gewicht zu verleihen – notfalls auch mit einem kleinen Protest inklusive möglichem Gefängnisaufenthalt im ungarischen Gefängnis – wurde ich dann von meiner besseren Hälfte sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zahlen. Jetzt. Ohne Diskussion.
Also habe ich gezahlt. Mit entsprechendem Widerwillen, aber ohne großes Drama. Eine halbe Stunde später lag die Grenze hinter uns – und irgendwo auf dieser Landstraße Richtung Oradea hat sich der Ärger still und leise in Luft aufgelöst. Rumänien hat das einfach so gemacht. Es empfängt einen, und dann ist der Rest plötzlich egal.
Wildcampen bei Oradea – Lagerfeuer am Fluss und ruhige Nacht

Für den Abend suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen in der Nähe von Oradea. Irgendwo an einem Fluss, ein paar Teiche in der Nähe, nur ein paar Angler, sonst nichts los – genau richtig. Ein Platz, wie gemacht fürs Wildcampen.
Und wie immer auf unseren Touren in Rumänien meldete sich dann noch die Zeitumstellung zu Wort: Gerade angekommen, auf die Uhr geschaut – 16 Uhr. Zwei Minuten später: Rumänien ist uns immer eine Stunde voraus.
Wir stellten die Campingmöbel raus, machten es uns gemütlich. Mit dabei der Stromkocher für die polnischen Würstchen, die wir zwei Grenzen vorher noch eingekauft hatten. In der Umgebung suchten wir alte Zweige und Äste für ein kleines Lagerfeuer am Camper.
Wir hatten alle Vorbereitungen abgeschlossen und der gemütliche Teil des Abends begann. Die Würstchen brutzelten vor sich hin, dazu gab es Brot und Senf – simpel, aber genau richtig für diesen Moment. Und während das Lagerfeuer langsam runterbrannte, ließen wir den Abend einfach ausklingen. Ohne Plan, ohne Hektik.

Die angenehme Wärme des kleinen, lichten Lagerfeuers tat ihr Übriges. Kein großes Feuer, eher so ein ruhiges Glimmen, das mehr Stimmung macht als Hitze liefert. Genau richtig, um einfach dazusitzen, nichts zu sagen und den Moment wirken zu lassen.

👉 Hinweis am Wegesrand
Wildcampen und Lagerfeuer in Rumänien
Wildcampen ist in Rumänien grundsätzlich möglich und vielerorts auch geduldet – vor allem außerhalb von Städten und touristischen Hotspots. Besonders in ländlichen Regionen, in den Bergen oder entlang von Flüssen findest du häufig ruhige Plätze, an denen eine Übernachtung im Camper kein Problem ist.
Wichtig ist dabei: Privatgrundstücke solltest du meiden oder im Zweifel vorher fragen. Auch Naturschutzgebiete und Nationalparks unterliegen strengeren Regeln – hier kann Wildcampen verboten sein.
Rücksicht und Regeln beim Wildcampen
Mit gesundem Menschenverstand, Respekt gegenüber Natur und Anwohnern und einem wachsamen Blick für die Umgebung ist Wildcampen in Rumänien meist unkompliziert – und genau das macht den Reiz aus.
Lagerfeuer in Rumänien – erlaubt, aber nicht ohne Risiko
Beim Thema Lagerfeuer gilt besondere Vorsicht. Offenes Feuer ist vielerorts erlaubt, solange keine akute Waldbrandgefahr besteht und du dich verantwortungsvoll verhältst.
Das heißt: Feuer nur an geeigneten Stellen, nie unbeaufsichtigt lassen und vollständig löschen, bevor du den Platz verlässt.
Waldbrandgefahr in Rumänien prüfen
Aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr findest du über das europäische System EFFIS (European Forest Fire Information System). Dort kannst du tagesaktuell einsehen, wie hoch das Risiko in der jeweiligen Region ist – eine zuverlässige Orientierung, gerade wenn du abgelegen unterwegs bist.
Wildcampen bei Oradea – ruhiger Platz am Fluss
Ruhiger, naturbelassener Platz in der Nähe von Oradea, direkt an einem Fluss mit mehreren kleinen Teichen. Kaum Infrastruktur, dafür viel Ruhe, Natur und vereinzelt Angler vor Ort. Genau die Art von Spot, die man beim Wildcampen sucht.
Voraussetzungen für den Stellplatz: Mindestens ein bis zwei Tage autark stehen können, da es keinerlei Versorgung vor Ort gibt.
Koordinaten für den Platz zum Wildcampen
Lagerfeuer ist je nach Witterung und Umgebung möglich – bitte nur mit entsprechender Vorsicht und Verantwortung.
Wildcampen bei Oradea – Wasser, Vögel und Lagerfeuerromantik
Der Blick ging hinaus über das Wasser – irgendwo zwischen Teich und Fluss, nicht ganz das eine, nicht ganz das andere. Dafür aber voller Leben. Enten zogen ihre Bahnen, dazwischen ein paar Schwäne, und immer wieder Vögel, die aufflogen, landeten oder einfach nur ihre Runden drehten. Erstaunlich, wie viel los war – und trotzdem wirkte alles ruhig.

Und während die letzten Flammen langsam kleiner wurden, blieb genau dieses Gefühl: Ruhe im Kopf – und dieser Blick hinaus auf ein Stück Natur, das gleichzeitig lebendig und still war – und für diesen Moment einfach genau richtig. Morgen und die nächsten Tage wird Rumänien mehr von sich zeigen. Heute Abend reichte das hier vollkommen.
Wenn dich interessiert, wie sicher Rumänien wirklich für Wohnmobilreisen ist, habe ich meine Erfahrungen hier zusammengefasst.
Hinterlasse einen Kommentar