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Mit dem Wohnmobil an die Costa Dorada – Ankunft am Playa Tamarit

Nach einer Nacht in Roses führt die Reise mit dem Wohnmobil weiter an die Costa Dorada ins Tamarit Beach Resort bei Tarragona. Dieser Reisebericht erzählt vom Ankommen zwischen Pinienwald und Burgblick, vom ersten Spaziergang am Playa Tamarit bis nach Altafulla und von der besonderen Ruhe der Nebensaison. Es ist ein Tag voller kleiner Momente – Meer, Salz auf der Haut und das Gefühl, im Süden angekommen zu sein.

Camping direkt am Meer bei Tarragona – Playa Tamarit an der Costa Dorada

Zwischen Pinienwald und Burgblick

Der 20. Mai begann früh – wie so oft. Nach der Nacht in Roses – auf einer Seitenstraße direkt an der Promenade, mit Blick aufs Meer – rollten wir mit dem Wohnmobil gegen acht Uhr morgens los. Ein kleines Frühstück, ein starker Kaffee, die Küste von Roses ein letztes Mal im Seitenspiegel. Und dann: weiter.

Zuerst ging es über die Landstraße durch das beschauliche Bàscara, bevor wir später auf die Autobahn einschwenkten. Und dann geschah etwas, das ich in Spanien bislang nur aus den Nachrichten kannte: Regen. Nicht einfach Niesel, sondern echter, durchdringender Regen. Für mich persönlich ein Novum. Ich war in Spanien – auf dem Festland, auf den Inseln – aber geregnet hatte es noch nie.

Mir war bewusst, dass dieser Regen in jenem Jahr andernorts in Spanien schwere Schäden angerichtet hatte – das gehört zur ehrlichen Einordnung dazu. Für uns blieb es an diesem Tag bei einem kräftigen Schauer auf der Autobahn. Und trotzdem war es das erste Mal überhaupt, dass Spanien mich nass gemacht hat.

Nach knapp 240 Kilometern – begleitet vom spanischen Regen, von Landstraße, Autobahn und der digitalen Stimme meines Reiseagenten – kamen wir endlich an: Tamarit Beach Resort, südlich von Barcelona, ein paar Kilometer vor Tarragona an der Costa Dorada.

Übrigens, der Name Costa Dorada ist erstaunlich unspektakulär – und gerade deshalb so passend: Die Küste heißt „Goldene Küste“ (katalanisch Costa Daurada) schlicht wegen ihres feinen, goldgelben Sandes. Keine Marketing-Erfindung, sondern eine schlichte Beschreibung dessen, was hier im Licht der Sonne unter den Füßen liegt.

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Torre dels Escipions bei Tarragona – römischer Grabturm an der Via Augusta

Römer am Straßenrand

Wer von Norden Richtung Tarragona unterwegs ist, kommt fast zwangsläufig an einem Stück Antike vorbei: dem Torre dels Escipions, einem römischen Grabturm aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr., direkt an der alten Via Augusta, rund sechs Kilometer nordöstlich von Tarragona.

Der Name führt allerdings in die Irre. Jahrhundertelang wurde geglaubt, hier seien die Feldherren-Brüder Scipio bestattet – die moderne Forschung schließt das klar aus. Geblieben ist der falsche Name und ein erstaunlich gut erhaltener Turm mit zwei Reliefdarstellungen des Totengottes Attis. Heute gehört er zum UNESCO-Welterbe des antiken Tarraco. Ein kurzer Halt, der nichts kostet – und ein bisschen Gänsehaut macht.

Koordinaten: 41.13200, 1.31897

Ankunft am Tamarit Beach Resort mit dem Wohnmobil

Der Platz liegt idyllisch, direkt an der Costa Dorada, eingebettet in einen schattenspendenden Pinienwald, der selbst bei Sonne einen Hauch von Waldluft verströmt. Unsere Parzelle: groß genug für eine Polonaise, perfekt für zwei Tage Nichtstun. Nur ein paar Schritte trennten uns vom Playa Tamarit, einem breiten, naturbelassenen Strand mit Blick auf eine alte Burg, die sich wie ein steinernes Denkmal ins Mittelmeer lehnt.

Einfahrt und Rezeption im Tamarit Beach Resort an der Costa Dorada bei Tarragona
Moderne Einfahrt mit Schranke und Palmen im Tamarit Beach Resort an der Costa Dorada

Der Empfang war freundlich. Wir wurden zügig eingecheckt, bekamen alles Nötige in die Hand gedrückt – Platznummern, Armbänder, Papierkram – bezahlt haben wir auch gleich vor Ort. Wieviel? Ehrlich gesagt, keine Ahnung mehr. Die Quittung… irgendwo zwischen Rückbank und Nirwana. Vielleicht taucht sie irgendwann wieder auf.

Altafulla und der Mercadona – Einkauf für zwei Tage Camperglück

Noch bevor wir uns eingerichtet hatten, ging’s erst einmal ein paar Minuten weiter nach Altafulla, dem nächstgelegenen Ort. Ohne Vorräte kein Vergnügen. Also: Markteroberung! Unsere Wahl – wie könnte es anders sein – fiel auf einen Mercadona, den wir kurzerhand leergekauft hätten.

Im Einkaufswagen: alles, was das Camperherz begehrt. Vichy Catalan, dieser leicht salzige, kohlensäurehaltige Mineraltraum, der in Deutschland einfach nie so richtig schmeckt. Spanischer Käse, der besser riecht, als er eigentlich sollte. Schinken, der in der Sonne glänzt. Scampis für später. Und natürlich Spaghetti, Joghurt, Baguette, Oliven – die Klassiker eben.

Spanische Supermärkte sind einfach eine eigene Welt. Ich weiß nicht genau, warum, aber irgendwie macht Einkaufen dort einfach mehr Spaß. Vielleicht liegt’s an der Luft. Oder an den Kühltheken mit Fischaugen.

Schon auf dem Mercadona-Parkplatz wurde der Einkauf in Windeseile verstaut, alles an Ort und Stelle gebracht. Danach zurück zum Tamarit Beach Resort. Die Einfahrt war durchautomatisiert: Nummernschild erkannt, Schranke auf, rein ins Paradies für zwei Tage.

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Altafulla – Vila Closa und römische Villa dels Munts

Wir sind in Altafulla nur zum Einkaufen vorbeigerollt – wer mehr Zeit mitbringt, sollte aber die Vila Closa ansteuern: den mittelalterlichen, ummauerten Ortskern, dessen erste urkundliche Erwähnung bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Viele der heutigen Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert, das gesamte Ensemble steht seit 1998 unter Denkmalschutz.

Und noch etwas für Antike-Fans: In Altafulla liegt die römische Villa dels Munts. Sie gehört offiziell zum UNESCO-Welterbe des antiken Tarraco – also kein kleines Ausgrabungsfeld, sondern Teil einer der bedeutendsten römischen Stätten Spaniens.

Wohnmobil auf schattigem Stellplatz im Tamarit Beach Resort an der Costa Dorada unter Pinien
Ankommen mit dem Wohnmobil unter Pinien im Tamarit Beach Resort bei Tarragona

Unter Pinien im Tamarit Beach Resort ankommen

Wir rollten auf unsere Parzelle, stellten den Grand California auf Auffahrkeile und richteten uns ein. Markise raus, Klappstühle raus, Tisch raus – das Standardprozedere. Gegenüber ein älteres niederländisches Paar, seit zwei Wochen da, weitere zwei sind geplant. Ruhig, freundlich, perfekte Nachbarn.

Und dann kam dieser Moment, auf den ich mich insgeheim schon seit Tagen gefreut habe: Ich sitze im Klappstuhl, die Beine vor mir ausgestreckt. Ein sattes Zischen, fast ein kleiner Donnerschlag, als ich die Flasche Vichy Catalan öffne – kühl, schwer, Glas. Getrunken im Schatten spanischer Pinien. Der erste echte Schluck Ankommen.

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Was ist eigentlich dieses Vichy Catalan?

Mein heimlicher Reiseerfrischer durch Spanien – also kurz erklärt: Vichy Catalan ist kein gewöhnliches Mineralwasser, sondern Thermalwasser. Es entspringt im Ort Caldes de Malavella im Hinterland der Costa Brava, mit rund 60 °C direkt an der Quelle. Genau diese Hitze sorgt dafür, dass das Wasser auf seinem Weg durch den Untergrund besonders viele Mineralien aufnimmt – daher der kräftige, leicht salzige Geschmack, den du entweder liebst oder nicht verstehst.

Entdeckt wurde die Quelle 1881 von dem Arzt Dr. Modest Furest. Seit 1900 wird das Wasser industriell abgefüllt – in den schweren Glasflaschen, die beim Öffnen dieses satte Zischen von sich geben, das fast schon zum Ritual gehört. In Spanien steht es in jedem Supermarktregal, oft ganz selbstverständlich zwischen den anderen Wassermarken. Für uns wurde es schnell mehr als nur ein Getränk: ein kleines Stück Konstanz auf der Reise, ein vertrauter Geschmack zwischen Atlantikwind, Mittelmeerlicht und langen Fahrtagen.

Kleine Pointe für unsere Route: Caldes de Malavella liegt in derselben Ecke Spaniens, in der unsere Reise begonnen hat. Das Kultwasser von der Costa Dorada stammt also aus der Gegend, in der wir gestartet sind.

An dieser Stelle der Hinweis: Das ist keine Werbung, das ist meine persönliche Meinung.

Strandspaziergang zwischen Playa Tamarit und Playa Altafulla

Das Vichy war getrunken, der Körper versorgt, die Stimmung: bereit für Meer. Also rein in die Badehose, T-Shirt drüber – und los, den Strand erkunden. Wir liefen barfuß am Wasser entlang, die Füße im seichten Mittelmeer, das Licht schon leicht golden. Einfach schön.

Der Spaziergang führte uns vom weiten, ruhigen Abschnitt des Playa Tamarit entlang der Küste bis hin zum Ende des Playa Altafulla, wo der Sand schmaler und die Stimmung fast meditativ wurde.

Sanddetail am Playa Tamarit mit unscharfem Castell de Tamarit im Hintergrund an der Costa Dorada
Ruhiger Strand an der Costa Dorada mit Sand im Vordergrund und Burgblick in der Ferne

Es waren nur wenige Menschen unterwegs. Ein stiller Ort. Die Strandlokale lagen geschlossen da – eingerollte Sonnenschirme, leere Terrassen, keine Musik. Ein klares Zeichen: Nebensaison. Und gerade deshalb so angenehm. Keine Hektik, kein Trubel. Nur Wind, Wasser – und unsere Spuren im Sand, nach kurzer Zeit vom Meer weggespült, als hätte es uns nur kurz geträumt.

Castell de Tamarit am Playa Tamarit an der Costa Dorada mit Blick über Strand und Mittelmeer
Burg von Tamarit über dem Strand an der Costa Dorada

Auf dem Rückweg, wieder mit den Füßen durchs Wasser, ragte vor uns das Castell de Tamarit aus der Landschaft – die alte Burg, direkt über dem Meer. Ein Anblick wie aus einer anderen Zeit.

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Tamarit liegt am Natura-2000-Gebiet

Was viele Tamarit-Besucher nicht wissen: Direkt hinter Strand und Castell beginnt der Bosc de la Marquesa, ein rund 90 Hektar großes Waldgebiet, das Teil des europäischen Natura-2000-Netzes ist. Offizielle Bezeichnung: Zona Especial de Conservación „Costes del Tarragonès“. Geschützt sind hier acht Habitate von gemeinschaftlichem Interesse nach EU-Habitatrichtlinie, darunter seltene mediterrane Küstenflora wie der bedrohte Küsten-Sadebaum. Vorgelagert sind weitere rund 30 Hektar geschütztes Meeresgebiet.

Dass dieser Wald überhaupt noch existiert, verdankt die Region einer einzelnen Frau: Caridad Barraquer de Borràs. In den 1960er Jahren, mitten im katalanischen Bauboom, lehnte sie beharrlich alle Verkaufsangebote ab. Heute wird ihr Erbe von der Fundación Bosc de la Marquesa verwaltet.

Für Wanderer hat das eine angenehme Konsequenz: Der Pfad von Tamarit zur Cala Fonda und weiter nach La Mora führt durch ein Stück geschützter Natur, das aussehen darf wie vor 150 Jahren. Kein Asphalt, keine Strandbar, kein Souvenirstand – nur Pinien, Buchten und Kalksteinfelsen.

Abend am Playa Tamarit an der Costa Dorada

Salz auf der Haut, Ruhe im Kopf

Wieder am Wohnmobil, aber noch nicht ganz fertig mit dem Tag: Wir schnappten uns die Badetücher, das Duschgel und die Bürste – und machten uns auf den Weg zu den sanitären Anlagen. Dort, in den großzügigen Duschkabinen, spülten wir den Sand und das Salz des Tages von der Haut. Ausgiebig duschen – ganz ohne Zeitgefühl. Frisch, sauber, durchgewärmt.

Erst danach ging es zurück zum Platz.
Zurück unter die Markise. Käse auf. Schinken dazu. Ein paar Oliven, ein Stück Baguette.
Der Himmel wurde weicher, der Wind stiller.
Ein bisschen Meersalz auf der Haut, ein bisschen Ruhe im Kopf.
Mehr braucht ein guter Abend nicht.

Nach einem langen, schönen Tag war dann irgendwann Schluss – die Luft warm, die Haut frisch geduscht, der Bauch zufrieden. Ab ins Camperbett. Dachluken auf, die seitlichen Fenster einen Spalt ebenfalls – damit der Nachtwind einmal quer durch den Bus zieht. Das Geräuschrepertoire: zirpende Grillen, leises Meeresrauschen, und der Kühlschrank, der in regelmäßigen Abständen anspringt wie ein alter Freund, der kurz nach dem Rechten sieht. Irgendwann gehört es einfach dazu. Und dann: Eintauchen in die Traumwelt – irgendwo zwischen Playa Altafulla, Kühltheken mit Fischaugen und einem Vichy Catalan, das nie leer wird. Falls es ein Traum war, dann war’s einer mit Salzrand.

Was Tamarit am nächsten Tag bereithielt, wussten wir da noch nicht.

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